Lebensbaustein Arginin

ZUSAMMENFASSUNG:

  • „Zündkerze“ für den Organismus: die semi-essentielle Aminosäure L-Arginin
  • Gewisse Lebensumstände machen eine verstärkte L-Arginin-Zufuhr notwendig

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Ein elementarer Lebensbaustein: Arginin

Arginin gehört zur Gruppe der linksdrehenden α-Aminosäuren. Denen ist der Zusatz L- zu Eigen, entsprechend lautet der Fachterminus L-Arginin. Im Einbuchstabencode wird Arginin mit R, im Dreibuchstabencode mit Arg abgekürzt. Arginin leitet sich vom lateinischen Begriff „argentum“ ab, denn ursprünglich war es nur möglich, die Aminosäure als Silbersalz zu isolieren. Weiterhin wird Arginin durch die Zugehörigkeit zu den 22 proteinogenen bzw. 20 klassischen („kanonischen“) Aminosäuren charakterisiert.


Die Strukturformel der Aminosäure L-Arginin

Die Strukturformel der Aminosäure L-Arginin

Eine semi-essentielle Aminosäure

Für den Mensch ist Arginin semi-essentiell. Per Definition sind wir deshalb in gewissen Konstellationen auf die Arginin-Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. Es ist dem Organismus zwar möglich, innerhalb des Harnstoffzyklus Arginin selbst zu synthetisieren, jedoch nur in ganz geringen Mengen. Kinder können ihren Arginin-Bedarf überhaupt nicht selbst decken und sind so von einer ausreichenden Arginin-Versorgung abhängig. Im Wachstumsalter ist Arginin damit essentiell.

Bedeutsam für Gesundheit und Wohlbefinden

Auch für Erwachsene kann die Arginin-Zufuhr essentiell sein. Wie sich herausstellte, besitzt der Körper in bestimmten, nicht seltenen Lebensumständen (z. B. Stress, Rauchen, Fehlernährung) und bei spezifischen, hierzulande häufig vorkommenden Krankheiten (bspw. Arteriosklerose, Bluthochdruck, Gefäßstörungen) ein gesteigertes Interesse an der Arginin-Verwertung. Fällt eine entsprechende Fürsorge aus, drohen schwere gesundheitliche Konsequenzen. Entsprechend müsste man Arginin zu den essentiellen Aminosäuren zählen, denn für den Funktionserhalt des Organismus ist die Aminosäure erforderlich. Die für die Gefäßgesundheit klinisch relevante Menge liegt bei täglich 5 Gramm Arginin.

Aktuell:

Interview mit  Professor Dr. med.  Rainer H. Böger

„Medizin aktuell“