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Blutdrucksenker

Medikamente gegen Bluthochdruck: Arzneimittel, Wirkstoffe, Anwendungsgebiete und Nebenwirkungen

Zusammenfassung:

Mit Blutdrucksenkern bezeichnet man Medikamente, die zur Behandlung eines zu hohen Blutdrucks eingesetzt werden. Von Hypertonie spricht man ab dem Grenzwert 140/90 mmHg. Bluthochdruck ist der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die dauerhafte Senkung erhöhten Blutdrucks ist deshalb essentiell.

Als Blutdrucksenker gelten die Substanzklassen ACE-Hemmer mit AT1-Rezeptor-Antagonisten, Betablocker, Diuretika und Kalzium-Antagonisten. Die Medikamente haben sehr unterschiedliche Wirkweisen. Daher werden Blutdrucksenker meist in Kombination verschrieben, abhängig von der Schwere des Bluthochdrucks sowie von Vorerkrankungen und Risikofaktoren des Patienten. Alle derzeit erhältlichen blutdrucksenkenden Arzneimittel können – teilweise sehr drastische – Nebenwirkungen haben. Begleitend zur medikamentösen Therapie wird empfohlen, die Lebensweise umzustellen.

1. Hypertonie – welche Blutdrucksenker gibt es und wie wirken sie?

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine ebenso verbreitete wie unterschätzte Volkskrankheit, von der in Deutschland mindestens 25 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Da erhöhter Blutdruck meist lange Zeit symptomlos bleibt, wird die Krankheit häufig erst spät entdeckt. Aufgrund dessen gehen andere Schätzungen davon aus, dass sogar 35 Millionen Bundesbürger an Bluthochdruck erkrankt sein könnten.

Hypertonie entsteht, wenn der Druck innerhalb der Arterien ansteigt. Von hohen Blutdruckwerten spricht man, wenn der obere Wert über 140 und der untere Wert über 90 liegen. Hierfür kommen zahlreiche Ursachen in Frage. Sie sind überwiegend eine Folge des Lebensstils.

Ein zu hoher Blutdruck ist der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zur Vermeidung typischer Folgekomplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden ist es wichtig, Bluthochdruck möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. In vielen Fällen, und gerade bei jüngeren Menschen, genügt bereits eine Anpassung der Lebensführung: Sport, regelmäßige körperliche Aktivitäten, eine ausgeglichene, insbesondere salz- und fettarme Ernährung, Reduktion von Übergewicht und der Nikotinverzicht sind geeignete Maßnahmen, den Blutdruck unter den Grenzwert von 140/90 mmHg zu senken.

Sinken die Blutdruckwerte trotz einer angepassten Lebensweise nicht oder nur zu wenig, ordnen Mediziner in der Regel eine medikamentöse Therapie mit Blutdrucksenkern an. Medikamente gegen Bluthochdruck verteilen sich auf vier Wirkstoffklassen:

  1. ACE-Hemmer (auch: AT-II-Antagonisten) und AT1-Rezeptor-Antagonisten
  2. Betablocker (auch: Beta-Blocker)
  3. Diuretika
  4. Kalzium-Antagonisten (auch: Calcium-Antagonisten, Kalzium-Kanalblocker)

Die Arzneimittelgruppen zeichnen sich durch charakteristische Wirkungen aus. Welches der zahlreichen Medikamente am besten geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab. Hierüber entscheidet der Arzt für jeden Patienten individuell. Häufig ordnen Ärzte die Kombination mehrerer Medikamente an, um so die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Letztlich hängt die gewählte Therapie von der Schwere des Bluthochdrucks sowie den Vorerkrankungen und der Lebensweise des Patienten ab.

Parameter sind zum Beispiel das Alter. Bei jüngeren, ansonsten beschwerdefreien Patienten finden hauptsächlich Diuretika Verwendung. Diuretika entwässern, und mit dem Urin geht Salz verloren, was den Blutdruck mindert. Diabetikern und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verordnen Ärzte hingegen eher ACE-Hemmer. Für Letztere können auch Betablocker in Betracht kommen, da diese die Pumpleistung des Herzens senken. Allerdings haben Betablocker mehr Nebenwirkungen als andere Medikamente gegen Bluthochdruck und werden deshalb mittlerweile weniger häufig verschrieben.

Zeigt das gewählte Arzneimittel nicht die gewünschte Wirkung, wird der Arzt entweder das Medikament wechseln und/oder andere Wirkstoffe in die Therapie einbeziehen. Oftmals sind mehrere Anläufe nötig, bis Patienten „stabil eingestellt“ sind, da unsere Physis auf solche Therapieangebote nicht immer lehrbuchmäßig reagiert. Insbesondere Nebenwirkungen können zu einem belastenden Faktor werden. Sie reichen von allergischen Reaktionen, Kopfschmerzen, Reizhusten, Schwindel und Durchfall bis zu Depressionen und Erektionsstörungen. Die diesbezügliche Liste ist lang.

Blutdrucksenker heilen nicht. Nachhaltiger ist die therapeutische Intervention mit Arginin 4.0:
Selbst wenn Hochdruckmedikamente die Blutdruckwerte senken, Hypertonie heilen können sie nicht – sie bekämpfen lediglich ein Symptom, und das oftmals zu einem bitteren Preis. Eine natürliche Alternative zu synthetischen Arzneimitteln stellt Arginin 4.0 dar. Das sind Supplemente, die vollständig und in biologisch abgestimmter Weise die körpereigene Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) gewährleisten. Steht dem Körper – aufgrund Bewegungsmangel, Fehlernährung, Übergewicht, Rauchen usw. – dauerhaft zu wenig NO zur Verfügung, verkalken die Arterien: sie werden enger, dicker und steif. Das schränkt den Blutfluss ein, mindert die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung und erhöht den Blutdruck. Untersuchungen zeigen, dass in etwa 90 Prozent der Fälle die Risikofaktoren für Hypertonie mit denen eines NO-Mangels identisch sind. Dann kurbelt Arginin 4.0 die NO-Bildung an, und die Blutdruckwerte sinken.

Wichtig: Alle blutdrucksenkenden Medikamente werden durch den behandelnden Arzt sogfältig eingestellt. Sie dürfen nicht eigenmächtig abgesetzt werden, zum Beispiel aufgrund von Nebenwirkungen. Eine regemäßige Kontrolle des Blutdrucks durch den Patienten ist dabei von großer Bedeutung.

2. ACE-Hemmer und AT1-Rezeptor-Antagonisten: Senken den Blutdruck durch Gefäßerweiterung

Die blutdrucksenkenden Arzneimittel aus der Gruppe der ACE-Hemmer tragen ihren Namen, weil sie Wirkung des körpereigenen „angiotensin converting enzyms“, kurz ACE, blockieren.

Das Angiotensin-konvertierende Enzym spielt bei der Aufrechterhaltung des Blutdrucks und der Regelung des Wasser-Elektrolyt-Haushalts eine bedeutsame Rolle. In diesem Zusammenhang ist ACE für die Bildung des Hormons Angiotensin-II (AT-II) in der Niere zuständig. AT-II verursacht eine Verengung der Gefäße und erhöht auf diese Weise den Blutdruck.

Demnach bewirken ACE-Hemmer-Medikamente durch die verminderte Produktion von AT-II eine Gefäßerweiterung, woraufhin der Blutdruck sinkt. Daher nennt man ACE-Hemmer auch AT-II-Antagonisten.

Diese sorgen weiterhin für eine erhöhte Ausscheidung von Kochsalz und Wasser aus den Nieren, was – wie bei der Arzneimittelgruppe der Diuretika – ebenfalls eine blutdrucksenkende Wirkung hat.

ACE-Hemmer:
Benazepril (Cibacen®, Benazeplus®, Cibadrex®, Benazepril®)
Captopril (Cor Tensobon®, Lopirin Cor®, Adocor®, Jucapt®)
Cilazapril (Dynorm®)
Enalapril (Xanef®, Corvo®, Enadura®, Enalapril®)
Fosinopril (Dynacil®, Fosinorm®)
Imidapril (Tanatril®)
Lisinopril (Lisidigal®, Lisodura®, Acerbon®)
Moexipril (Fempress®)
Quinapril (Accupro®, Quinapril®)
Ramipril (Delix®, Ramilich®, Vesdil®)
Spirapril (Quadropril®)
Trandolapril (Udrik®, Gopten®)
Zofenopril (Bifril®, Zofenil®)

Da ACE-Hemmer ihre Wirkung nicht allein in den für die Entstehung von Bluthochdruck relevanten Gefäßen entfalten, sondern auch in den Blutbahnen der Lunge, gehen die Arzneimittel häufig mit einem trockenen, für Betroffene überaus lästig Reizhusten sowie asthmaartigen Beschwerden einher.

Typische Nebenwirkungen der ACE-Hemmer:

  • Allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock, Nesselsucht
  • Blutbild verändert sich, zum Beispiel Anämie
  • Blutdruck sinkt dramatisch ab, verursacht durch Wasser- und Elektrolytmangel
  • Geschmacksstörungen
  • Kehlkopfschwellungen, die zu Atemnot und Erstickungsanfällen führen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Nierenfunktionen verschlechtern sich
  • Ödeme, Anschwellen von Lippen oder Zunge
  • Trockener Reizhusten (bei jedem fünften Anwender)
Die verträglichere Alternative: AT1-Rezeptor-Antagonisten
AT1-Rezeptor-Antagonisten sind eine nebenwirkungsärmere Weiterentwicklung von ACE-Hemmern. Sie wirken über das gleiche Hormonsystem, verringern jedoch nicht die Bildung von AT-II aus Angiotensin-I, sondern blockieren stattdessen die Andockstelle des Hormons, über die es seine gefäßverengende Wirkung erzielt. So wird der Blutdruck gesenkt, ohne dass die Medikamente in die Hormonbildung eingreifen. Das verhindert bestimmte Nebenwirkungen, die für ACE-Hemmer typisch sind. Bekannte AT1-Rezeptor-Antagonisten sind Candesartan und Telmisartan.

Wann sollte ich keine ACE-Hemmer einnehmen? Die gleichzeitige Einnahme mit anderen Blutdrucksenkern, insbesondere Diuretika, kann sehr problematisch sein, da die massive Gefahr einer zu starken Blutdrucksenkung besteht.

3. Betablocker: Bremsen den Herzschlag und weiten die Gefäße

Die Wirkstoffklasse der Betablocker stellt die am häufigsten eingesetzte Arzneimittelgruppe zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck dar.

Dazu blockieren die Medikamente die Beta-Adrenozeptoren am Herz und an den Nieren. Durch diesen Vorgang wird die Wirkung der körpereigenen Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin gehemmt. Man nennt diese auch Stresshormone, da sie vor allem in Stresssituationen ausgeschüttet werden. Dabei kann es sich sowohl um eine berufliche Dauerbelastung als auch einen singulären, emotional bedingten Erregungszustand wie Ärger oder Angst handeln. Wirken Adrenalin und Noradrenalin auf die Beta-Adrenorezeptoren ein, löst das eine Erhöhung der Herzfrequenz und Schlagkraft des Herzens sowie des Blutdrucks aus, damit das Herz in kürzerer Zeit mehr Blut und Sauerstoff durch den Kreislauf pumpen kann. Ein archaischer Reflex, der in bedrohlichen Situationen die Überlebenschancen verbessert, auf Dauer jedoch schädlich ist.

Betablocker haben demnach die Aufgabe, das Andockmanöver der Stresshormone an die Rezeptoren zu verhindern, so dass der Herzschlag langsamer wird und der Blutdruck sinkt. Man könnte hier also von einer Bremswirkung sprechen. Aufgrund dessen werden Betablocker nicht nur bei Hypertonie, sondern auch Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder mit Herzrasen verbundenen Angststörungen verschrieben. Weiterhin kommen Betablocker zur Nachbehandlung von Herzinfarkten zum Einsatz.

Da im Körper zwei verschiedene Beta-Adrenozeptoren existieren, können Betablocker spezifische Funktionen übernehmen:

  • Die Blockade der Beta1-Adrenorezeptoren bewirkt eine geringere Herzfrequenz und weniger starke Pumpfunktion des Herzmuskels.
  • Die Blockade der Beta2-Adrenorezeptoren entspannt die glatte Muskulatur der Blutgefäße, was eine blutdruckregulierende Wirkung hat, sowie von Bronchien und Gebärmutter.

Entsprechend gibt es selektive Betablocker, die in ihrer Wirkung weitgehend auf eine Art von Rezeptor festgelegt sind, als auch nicht-selektive Betablocker. Was sie verbindet: Betablocker enden auf die Silbe „lol“.

Selektive Betablocker:Nicht-selektive Betablocker:
Atenolol (Tenormin®)Bupranolol (Betadrenol®)
Bisoprolol (Concor®, Concor COR®, Bisoprolol®)Carvedilol (Carvedigamma®, Dimetil®, Dilatrend®, Querto®)
Esmolol (Brevibloc®, Esmocard®)Nadolol (Solgol®)
Metoprolol (Beloc®, Beloc-ZOK®, Lopresor®)Propanolol (Dociton®, Obsidan®, Prophylux®, Beta-Tablinen®)
Nebivolol (Nebilet®)Sotalol (Darob®, Jutalex®, Rentibloc®, Sotalex®)
Oxprenolol (Trasicor®)Timolol (Arutimol®, Dispatim®, Myogel®)

Doch Medikamente wirken im ganzen Körper und lösen deshalb nicht immer nur die erwünschten Prozesse aus. Gerade Betablocker sind durch eine Reihe von Nebenwirkungen berüchtigt.

Charakteristische Nebenwirkungen von Betablockern:

  • Abnahme des Leistungsvermögens
  • Albträume, schlechter Schlaf
  • Allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock
  • Asthmaanfälle
  • Blutzuckerspiegel steigt oder sinkt dramatisch
  • Bradykardie, das heißt zu langsamer Puls von unter 60 Schlägen die Minute
  • Depressionen bzw. depressive Verstimmungen
  • Durchblutungsstörungen, kalte Hände und Füße, Kribbeln in den Extremitäten
  • Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden
  • Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)
  • Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
  • Gewichtszunahme
  • Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen, obwohl beide Erkrankungen selbst Indikationen für Betablocker sind
  • (Starke) Müdigkeit
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Schuppenflechte

Wann sollte ich keine Betablocker einnehmen? Personen mit Asthma, der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD (Husten, Bronchitis, Atembeschwerden) und Bradykardie wird von Betablockern dringend abgeraten. Ebenso jüngeren Hypertonikern, die noch eher leistungsfähig sind und im Sport mithalten möchten. Auch für Menschen mit Depressionen und Schuppenflechte sind Betablocker ungeeignet.

4. Diuretika: Entwässern bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz

Aus dem Griechischen stammt der Begriff „diurese“. Er bedeutet in etwa „ausharnen“. Daran angelehnt handelt es sich bei Diuretika um Arzneimittel, die bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz die Ausscheidung von Wasser in der Niere fördern und somit entwässernd wirken. Man nennt sie deshalb auch Wassertabletten.

Diese blockieren spezielle Transportsysteme in der Niere, so dass überschüssiges Gewebewasser und Salz über den Harn ausgeschieden werden. Folge: Das Herz wird entlastet, das Blutvolumen in den Gefäßen nimmt ab und der Blutdruck sinkt. Zudem öffnen bestimmte Diuretika in den Gefäßmuskelzellen Kaliumkanäle, wodurch diese weniger kontrahieren, was ebenfalls eine blutdrucksenkende Wirkung haben kann.

Von Diuretika gibt es drei verschiedene Arten. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Aufbau und Wirkung:

  • Schleifendiuretika
  • Thiazide
  • Kaliumsparende Diuretika
Schleifendiuretika:Thiazide:Kaliumsparende Diuretika:
Bumetanid (Burinex®)Chlorthalidon (Hygroton®)Amilorid (Jatropur®)
Etacrynsäure (Hydromedin®)Hydrochlorthiazid (Disalunil®, Esidrix®)Eplerenon (Inspra®)
Furosemid (Lasix®, Furorese®)Indapamid (Inda Puren®, Natrilix®)Kaliumcanrenoat (Aldactone®)
Piretanid (Arelix®, Piretanid®)Xipamid (Aquaphor®, Aquex®)Spironolacton (Aldactone®, Duraspiron®, Verospiron®)
Torasemid (Torem®, Unat®, Toracard®) Triamteren (Arumil®)

Wie alle Blutdrucksenker müssen auch Diuretika sorgfältig durch den Arzt eingestellt und ihre Wirkung beobachtet werden, da es sehr leicht zu Veränderungen im Natrium- und Kaliumhaushalt kommen kann:

  • Schleifendiuretika und Thiazide: Bewirken die vermehrte Ausscheidung von Blutsalzen. Mögliche Konsequenzen sind lebensbedrohliche Elektrolytstörungen wie der Kalium-Blutmangel (Hypokaliämie), Kalzium-Blutmangel (Hypocalciämie), Natrium-Blutmangel (Hyponatriämie) sowie Magnesiummängel.
  • Kaliumsparende Diuretika: Hier ist mit einem erhöhten Kaliumspiegel (Hyperkaliämie) zu rechnen, der im ungünstigsten Fall zum Herzstillstand führen kann.

Bei der Einnahme von Wassertabletten ist deshalb die regelmäßige Kontrolle des Elektrolytspiegels von großer Bedeutung.

Allgemein kann die Einnahme von Diuretika folgende Nebenwirkungen haben:

  • Allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock
  • Austrocknung durch zu viel Wasserverlust
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Blutbild verändert sich, zum Beispiel Anämie
  • Blutfettwerte (LDL-Cholesterin, Triglyzeriden) steigen
  • Brustwachstum beim Mann (Gynäkomastie)
  • Elektrolytstörungen: Natrium-, Kalium-, Kalzium- und Magnesiumspiegel geraten außer Kontrolle
  • Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)
  • Hautbild verschlechtert sich
  • Hypotonie (zu niedriger Blutdruck)
  • Monatsregel bei Frauen bleibt aus, Zwischenblutungen
  • Schwindel, beeinträchtigtes Gleichgewicht, Kopfschmerzen
  • Taubheit, temporär oder dauerhaft
  • Thromboseneigung
  • Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Beschwerden
  • Verwirrtheit

Wann sollte ich keine Diuretika einnehmen? Wassertabletten sind für Schwangere und Stillende tabu. Personen mit bestehenden Elektrolytstörungen und Natriummangel dürfen Diuretika ebenfalls nicht einnehmen. Die Kombination kaliumsparender Diuretika mit ACE-Hemmer kann die Gefahr einer Hyperkaliämie (erhöhter Kaliumspiegel) deutlich steigern. Tipp: Mit der Goldrute oder Brennnessel gibt es auch Pflanzen, die als Tee oder Tinktur eine entwässernde Wirkung haben.

5. Kalzium-Antagonisten: Erweitern die Gefäße, senken Herzschlag und Herzfrequenz

Im menschlichen Körper steuert der Mineralstoff Kalzium mehrere mit der Höhe des Blutdrucks korrespondierende Vorgänge. Dabei fungiert Kalzium als ein Botenstoff, der durch spezifische Kanäle in der Zellmembran der glatten Muskulatur verteilt wird. So gelangen die Kalzium-Ionen in das Herz und die Gefäße, die beide Bestandteil der glatten Muskulatur sind.

Für den gesunden Körper ist dies elementar. Besteht ein Anlass, den Blutdruck zu erhöhen, zum Beispiel beim Sport, wird Kalzium in die Arterien ausgeschüttet, woraufhin sich die Gefäße zusammenziehen. An den Herzmuskelzellen bewirkt Kalzium eine stärkere Tätigkeit; durch die erhöhte Kontraktion beschleunigt sich der Herzschlag, um so eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten.

Bei Hypertonie rufen die körpereigenen Regelmechanismen einen hohen Blutdruck hervor, obwohl dieser nicht benötigt wird, zum Beispiel bei Schreibtischtätigkeiten. Dann können Kalzium-Antagonisten dazu beitragen, den Blutdruck zu senken. Dabei blockieren die Medikamente die speziellen Kalziumkanäle in der Gefäßmuskulatur und verhindern/verringern so den Einstrom von Kalzium-Ionen ins Innere der Muskelzellen.

Je nach Bindungsstelle am Kalziumkanal unterscheidet man drei Arzneimittel-Gruppen:

  • Dihydropyridine
  • Phenylalkylamine
  • Benzothiazepine
Dihydropyridine:Phenylalkylamine:Benzothiazepine*:
Amlodipin (Norvasc®, Amlobeta®)Gallopamil (Procorum®)Diltiazem (Dilzem®, Dilsal®, Diltiuc®)
Clevidipin (Cleviprex®)Verapamil (Isoptin®, Cardioprotect®) 
Felodipin (Plendil®, Munobal®, Felocor®, Modip®)  
Isradipin (Lomir®, Vascal®)  
Lacidipin (Motens®)  
Lercanidipin (Carmen®)  
Nicardipin (Antagonil®)  
Nifedipin (Adalat®)**  
Nimodipin (Nimotop®)  
Nisoldipin (Baymycard®)  
Nitrendipin (Bayotensin®, Nitrepress®)  
Nilvadipin (Escor®)  
* Nicht zu verwechseln mit den Psychopharmaka der Benzodiazepine (Beruhigungsmittel)

** Kapsel zum Zerbeißen, die häufig bei Notfällen (plötzlicher Blutdruckanstieg) eingesetzt wird

Dihydropyridine wirken darauf hin, dass sich die Gefäßmuskeln entspannen und so die Arterien erweitern. Dadurch sinkt automatisch der Blutdruck. Auch Phenylalkylamine und Benzothiazepine sorgen dafür, dass sich die Gefäße nicht unnötig zusammenziehen, doch vor allem wirken sie auf die Herzmuskelzellen und lassen den Herzmuskel weniger stark und häufig schlagen. Durch die Entlastung des Herzens sinkt der Blutdruck und die Sauerstoffversorgung gelingt besser.

Hierin zeigt sich ein Vorteil der Phenylalkylamine und Benzothiazepine: Das Senken der Herzschlagkraft und Herzfrequenz verhindert, dass das Herz die Blutdrucksenkung mittels einer erhöhten Frequenz auszugleichen versucht. Dies ist ein Effekt, der sich häufig bei KHK-Patienten als Nebenwirkung der Dihydropyridine zeigt. Phenylalkylamine und Benzothiazepine werden aufgrund dessen auch bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

Bekannte Nebenwirkungen der Kalzium-Kanalblocker lauten:

  • Allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit
  • Blähungen
  • Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)
  • Herzrhythmusstörungen (gilt nur für Benzothiazepine)
  • Nervosität, schneller Herzschlag
  • Ödeme an den unteren Extremitäten, geschwollene Beine
  • Polyurie (vermehrtes Wasserlassen)
  • Reizhusten
  • Schlafstörungen, starke Müdigkeit
  • Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen
  • Taubheitsgefühle, Muskelkrämpfe
  • Wärmegefühl, erhöhte Körpertemperatur, Schwitzen, Rötungen im Gesicht (Flush), Mundtrockenheit

Wann sollte ich keine Kalzium-Antagonisten einnehmen? KHK-Patienten sollten auf Calciumantagonisten verzichten. Ebenfalls Schwangere und Stillende sowie Personen mit Lebererkrankungen. Besonders problematisch kann die Kombination mit anderen Blutdruckmitteln, insbesondere Beta-Blockern, sein.