ZUSAMMENFASSUNG:

  • Basis für Gesundheit und Wohlbefinden: ausgewogene Ernährung
  • Die Deutschen essen zu fett, zu süß, zu viel und werden immer dicker
  • Eine kontrollierte Nährstoffzufuhr hilft, Herz-Kreislauf-Krankheiten zu vermeiden

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Zwei Seiten einer Medaille: Gesundheit und Ernährung

Diverse Faktoren haben einen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden. Manche, so zum Beispiel die Umweltbedingungen, lassen sich zwar kaum beeinflussen, doch andere unterliegen der persönlichen Lebensführung – je nach Eigeninitiative stehen die Chancen gut oder schlecht, Vitalität bis ins hohe Alter zu genießen: Wer regelmäßig Sport treibt, sich viel an der frischen Luft bewegt, für seelische und geistige Entspannung sorgt, mehrmals täglich Obst und Gemüse isst, wenig Fleisch verzehrt, maßvoll Alkohol trinkt und aufs Rauchen verzichtet, schafft eine solide Basis, um Krankheiten ein Schnippchen zu schlagen.

Außen hui, innen pfui: Nährstoffverluste

Nichtsdestotrotz gilt es in Ernährungsfragen auf der Hut zu sein. Bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Konventionelle, also industriell hergestellte Lebensmittel mögen optisch ansprechend sein, aber hinsichtlich ihres Nährstoffgehalts können sie sich mit biologischen, im besten Fall zertifizierten Nahrungsmitteln nicht messen. Ihre mangelnde Qualität ist den Produktions-, Verarbeitungs-, Transport- und Lagerungsbedingungen geschuldet. Globale Handelswege, Turbowachstum, Extremdüngung sowie frühzeitige Ernten führen zu Nährwertverlusten (die durch unsachgemäße Zubereitung am heimischen Herd noch zusätzlich gesteigert werden). Kein Wunder, dass bezüglich pflanzlicher Kost Ernährungsexperten empfehlen, 5mal täglich Obst und Gemüse zu essen, um so wenigstens noch einen relevanten Nährstoffbetrag zu erreichen. Doch wer schafft das schon? Offensichtlich nur wenige, wie die Studienlage deutlich zeigt: es wird nicht nur zu wenig gesundes Essen aufgetischt, sondern generell zu fettes und zu süßes – und davon zu viel.

Ein dickes Ding: zu fett, zu süß, zu viel

Dass es in der Bevölkerung ein offenkundiges Defizit in puncto Ernährungsmuster und -gewohnheiten gibt, unterstreichen die Ergebnisse der zweiten Nationalen Verzehrsstudie (NVS II), einer bundesweiten Erhebung zur Ernährungssituation von Jugendlichen und Erwachsenen, die im Frühjahr 2008 präsentiert wurden:

  • Die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer in Deutschland sind übergewichtig (BMI ≥ 25) oder fettsüchtig (BMI ≥ 30)
  • Der Anteil Übergewichtiger und Fettsüchtiger steigt mit zunehmendem Alter massiv an. Bei den über 70-Jährigen sind 77 Prozent der Frauen und 84 Prozent der Männer übergewichtig oder fettsüchtig.
  • Nur zwei Drittel der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sind normalgewichtig. Jedes zehnte Mädchen dieser Altersklasse ist krankhaft zu mager.
  • Über 90 Prozent der Deutschen kennen ihren persönlichen Energiebedarf nicht. Fatal: nur ein Drittel weiß, was die Empfehlung „5 am Tag“ bedeutet, nämlich täglich 5 Portionen Obst und Gemüse zu verzehren.
  • 59 Prozent aller Deutschen essen zu wenig Obst, nämlich weniger als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen 250 Gramm täglich. Frauen verzehren durchschnittlich 270 Gramm, Männer 222 Gramm pro Tag.
  • Männer essen mit 103 Gramm täglich doppelt soviel Fleisch- und Wurstwaren wie Frauen.
  • Essen macht krank? 75 Prozent der Befragten glauben, dass die größten mit Ernährung verbundenen Risiken durch Pestizid-, Hormon- und Arzneimittelrückstände drohen. Umgekehrt werden einseitige Ernährung, Völlerei und Bewegungsmangel als ungefährlicher eingestuft.
  • Wesentliche Bezugsquellen für Nahrungsmittel sind Supermärkte und Discounter. Wochenmarkt, Naturkostladen und Bauernhof folgen abgeschlagen.

Ausgewogene Ernährung, kontrollierte Nährstoffzufuhr

Hält man sich vor Augen, dass häufige Todesursachen in Industrieländern wie Arteriosklerose oder Diabetes mellitus Typ 2 mit unausgewogener Ernährung zusammenhängen und somit vermeidbar sind, wird ersichtlich, dass großer Handlungsbedarf besteht: die kontrollierte Nährstoffzufuhr tut Not. Diesbezüglich kann die Verwendung von Nahrungsergänzungen ein geeignetes Mittel darstellen, sofern sie von adäquaten Maßnahmen flankiert wird.

Aktuell:

Interview mit  Professor Dr. med.  Rainer H. Böger